Ausstellungskatalog | Gut aufgelegt. Die Sammlung Heinz Beck, 2013 (Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein)

Vor 25 Jahren ging die Sammlung Heinz Beck an das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen. Das Museum hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, in einer Ausstellung (8. Juni – 25. August 2013) und einem umfangreichen Katalog – erschienen im Wienand Verlag Köln – einen tieferen Einblick in die Welt der Auflagenkunst zu geben.

Der Titel Gut Aufgelegt. Die Sammlung Heinz Beck ist zudem zweideutig zu verstehen. Einerseits präsentiert sich der Sammler Heinz Beck auf dem Cover des Buches und auf der ersten Seite des Buches „gut aufgelegt“ in seinem Esszimmer, umgeben von Auflagenobjekten aus seiner riesigen Sammlung. Anderseits bezieht sich der Titel auch auf sein Sammlungskonzept. Zu Becks Sammlungsschwerpunkten zählten Druckgrafiken, Multiples, Editionen, Künstlerbücher, -schallplatten, -postkarten und Objekte, die seit den 1960er-Jahren einen vollständigen Paradigmenwechsel in der Kunst einläuteten. Die Devise war Demokratische Kunst, also Kunst für alle zu produzieren. Kunst sollte nicht nur der Elite gehören, sondern einem möglichst breiten Publikum zugänglich sein.

„Unberührt von der Entwertung des ‚Originals’ bleibt die Originalität der Erfindung.“

(Günter Gerckens, Katalog der 4. Dokumenta, 1968, S. XIV)

Dass Heinz Beck international gut vernetzt war zeigen die mehr als 2600 Kunstwerke aus seiner Sammlung. Darunter befinden sich neben den amerikanischen und englischen Klassikern der Pop-Art auch Arbeiten der französischen Nouveaux Réalistes, der Berliner Kritischen Realisten sowie der Concept-Art und der Fluxus-Bewegung. Mit Werken von Arman, Mary Bauermeister, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Christo, Hans-Peter Feldmann, Jörg Immendorff, Alison Knowles, Yayoi Kusama, Roy Lichtenstein, Herman Nitsch, Claes Oldenburg, Sigmar Polke, Ed Ruscha, Daniel Spoerri, Ben Vautier, Wolf Vostell, Andy Warhol u.v.m.

Zum 25-jährigen Jubiläum wurden die Bestände der Sammlung Heinz Beck wissenschaftlich aufgearbeitet. Kerstin Skrobanek gibt in ihrem Artikel einen tieferen Einblick in die Sammlung Beck und das Multiple als Motor unterschiedlicher Liberalisierungs- und Demokratisierungsprozesse in den 1960er- Jahren. Die Sammlungsleiterin des Wilhelm-Hack-Museums, Nina Schallenberg, zeigt in ihrem Text Künstlerverlage. Auf neuen Wegen inner- und außerhalb der Kunst auf, dass in den späten 1950er-Jahren bis in die 1970er-Jahre tiefgreifende Umbrüche in der westlichen Kunst stattgefunden haben. Zudem hat sie mit Frank Dommert über Künstlerschallplatten gesprochen.

Weitere Artikel

  • Klaus Staeck. Kultur für alle
  • Herbert Nolden. Die Grafiken der Sammlung Beck aus drucktechnischer Sicht

Interviews

  • René Block, Kerstin Skrobanek und Nina Schallenberg: Edition Block Berlin. Multiples en Bloc und gelbe Musik
  • Armin Hundertmark und Kerstin Skrobanek: Edtion Hundertmark. Kunst im Karton
  • Hansjörg Mayer und Nina Schallenberg: Edition Hansjörg Mayer. Bücher und Schallplatten als neue Kunstform
  • Klaus Staeck und Kerstin Skrobanek: Edition Staeck. Von der studentischen Clubgalerie zur Edition
  • Rosa Esman und Kerstin Skrobanek: Tanglewood Press. Seven objects in a box (1966). Ein ganz besonderes Multiple der Tanglewood Press
  • Wolfgang Feelisch und Kerstin Skrobanek: Vice Versand. Konsum statt Kommerz. Der Vice Versand von Wolfgang Feelisch
  • Rolf Ricke und Kerstin Skrobanek: Galerie Rolf Ricke. Pop-Art und weiße Schokolade. Wie die amerikanischen Pop-Art-Multiples nach Deutschland kamen

Video zur Ausstellung

Gut Aufgelegt Sammlung Heinz Beck CoverAusstellungskatalog | Gut aufgelegt. Die Sammlung Heinz Beck, 2013

  •  Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein (8. Juni – 25. August 2013)
  • Kuratorinnen | Kerstin Skrobanek und Nina Schallenberg
  • Wienand Verlag Köln
  • mit Texten von Kerstin Skrobanek, Nina Schallenberg, Herbert Nolden, Reinhard Spieler und Klaus Staeck sowie Interviews mit René Block, Frank Dommert, Rosa Esman, Wolfgang Feelisch, Armin Hundertmark, Rolf Ricke und Klaus Staeck
  • Hardcover | 195 S. , zahlr. Ill.
  • ISBN | 978-3-86832-166-1, Wienand Verlag, 34 €
Advertisements

Über Marlene Obermayer

Künstlerbücher | Artists' books | Ausstellungen | Exhibitions | Kataloge | Catalogues | Interviews | and many more ...

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: